Dorfchronik von Flammersbach

Dorfchronik von Flammersbach - vom Mittelalter bis in die heutige Zeit

Unser Dorf liegt an einer ehemaligen mittelalterlichen Fernstraße, die von Köln ausgehend über Siegen, Marburg,
Fuldatal nach Meißen in Sachsen führte. Der mittlere Abschnitt dieser Fernstraße wird urkundlich als Hessenstraße
bezeichnet, welche in Siegen am Marburger Tor beginnend über den Brüderweg, Kaan, Feuersbacher Furt, „Stemmich“,
Flammersbach, Anzhausen, Haincher Höhe nach Marburg führte. Im Flammersbacher Raum sind Hohlwege an der
Stemmich und dem Wanderheim des SGV gegenüber noch vorhanden. Urkundlich wird auch ein „Siegener Weg“
im Wiesenbuch des Dorfes erwähnt.

882
Ob ein im Jahre 882 n. Chr. belegter Hof in Dielfen, oder ein Flamersdorf des 9. Jhd. n. Chr. auf das hiesige Flammersbach
hinweist, bleibt offen.

1311
Flammersbach wird zum ersten Mal mit dem Namen Wolpertus von Flamersbach.
Der Ort wird 1311 genannt, in dem der Stifter des Liebfrauenaltars in Siegen eine Einnahme von 6 Denaren, die Wilpert von Flamersbach jährlich zu entrichten hatte, dem gedachten Altar übergibt.
Der Ortsnamen kann auf die altdeutschen Personennamen „Flammar“ oder „Flamheri“ bezogen sein. Urkundlich hieß das heutige Flammerbach mundartlich Flomersdorf. Die Endsilbe „dorf“ deutet auf eine planmäßig angelegte Siedlung hin.
Das es in Flammersbach schon lange vor 1311 Menschen gegeben hat beweisen zahlreiche Ackerterrassen und Schlackenplätze, das deutet auf eine frühe Besiedlung hin bis in die späte Latène Zeit. Zwei Steinambosse wurden 1985 und 1986 oberhalb der alten Wiesen (das sind die Wiesen unterhalb der Flammersbach-Quelle) gefunden.

1344
Flamerspach zahlt den kleinen „Zehenden“ an die Herrn von Bicken.

1417
Flammersbach ist den Grafen von Nassau zehntpflichtig. Der Zehnte betrug: 2 Malter Korn, 5 Malter Hafer.

Fruchtmaße (Getreide, Kartoffeln, Heu, Stroh) vor 1815:
1 Malter = 8 Maß = 16 Mesten = 128 Becher
1 Malter wog je nach Getreideart 304 bis 416 Pfund

1437
Heinrich von Flamerspach, genannt „von Bicken“.

1447
"
Item lyet eyn gut zu Flamersbach genant das Roder gut, dat plach unsen hern jars bede zu geben; dat selbe gut hait verkouffet Henne Sybode Heinr(rich) Fischer, burger zu Siegen. Die bede da ran wil junker vort heben."
Im Streit zwischen dem Grafen von Nassau und Philipp von Bicken wird „eyn Gut zu Flamerspach“ erwähnt. Im selben Jahr erwarb Heinrich Fischer zu Siegen das Rodergut zu Flamerspach von Henne Sybode, daselbst. Es könnte sich um den Tillmannshof handeln.

1448
Der Zehnt in diesem Jahr betrug 1 Gefälle Hühner.

1461
Die zehn schätzungspflichtigen Personen des Dorfes wurden veranlagt:

Gobeln Eydem - II Gulden, Heyne Gickelmann - VI Gulden,
Hentze Rompolt - IV Gulden, Erwert Scheffer - III Gulden,
Schropen Hen`son (Shopen Henne und sein Sohn) - I Gulden
Piffers Henne - VI Gulden, Hermann Freige- V Gulden
Hentze Schurge (schurge Heinze) - II Gulden, Methen - I Gulden

1465
Der Zehnt an Conrad von Bicken betrug 15 Hühner

1479
Snyder Henn von Flamerspach war Zeuge bei einem Handel. Im Jahr 1479 gab es in Flamerspach 13 Steuerzahler mit durchschnittlich 45 Gulden Abgaben. Die Gemarkung war 328 ha groß (bereinigt 319 ha) davon 79 ha Ackerland, 34 ha Wiesen, 206 ha Hauberg.

1525
Ein Mann aus Anzhausen erhielt für 6 erlegte Wölfe 12 Albus.

1530
Die Fammersbacher werden Lutheraner nachdem Graf Wilhelm, genannt der Reiche, die Reformation nach dem Augsburger Bekenntnis im Siegerland einführt. Die Umsetzung vollzieht sich jedoch nur allmählich.

1533
Wilhelm der Reiche führt die Nürnberger Kirchenordnung ein. Unter anderem ist nun die Taufe in deutscher Sprache zu verrichten und der Gebrauch des Weihwassers wird abgeschafft.

1536
Erasmus Sarcerius, ein Schüler Luthers und Melanchthons, wird als „Superintendent“, der die Gemeinden alljährlich zu besuchen hat, eingesetzt. In ihm verehrt die evangelische Kirche den eigentlichen Reformator von Nassau-Siegen und Dillenburg

1562
Graf Johann VI., genannt der Ältere, erlässt eine „Holz- und Waldordnung“ und regelt damit die Haubergwirtschaft in den Siegener Landen.

1565
Ertrag der Bickenschen Güter: Jahresabgabe von Flamersbach: 15 Hühner

1566
19 Häuser und Höfe
In Flamerspach lebten 1566-1572 Nold und Thebus Stöler, 1583 Hans Stöler, welche Waldschmiede waren.

1587
Am 15. August des Jahres sind die Hofgüter zum Rödgen vom Haingerichtsschöffen und Schöffen des Gerichts Netphen „Heilmann Ebert von Flamerspach“ besichtigt und geschätzt worden.

1573
Heiten, Ebert – Schöffe – 1612 Heiten, Johann – Schöffe – 1636 Heiten, Ludwig – Schöffe

1580
Das reformierte Bekenntnis mit dem Heidelberger Katechismus als Fundament wird in Nassau-Siegen eingeführt.

1583
19 Häuser und Höfe in Flammersbach

1600
10 Häuser und Höfe in Flammersbach

1606
Johann der Ältere stirbt. Sein Besitz wird unter fünf erbberechtigten Söhnen aufgeteilt. Nassau-Siegen fällt an Graf Johann VII., genannt der Mittlere.

1607
In seinem Testament bestimmt Johann der Mittlere, dass das kleine Land Nassau-Siegen nicht weiter geteilt werden soll, sondern ungeteilt an seinen erstgeborenen Sohn fällt. Dies ist Johann Ernst, der jedoch anno 1617 unvermählt stirbt. Nun ist Johann VIII., genannt der Jüngere, Erstgeborener.

1618
Beginn des 30jährigen Kriegs

1621
Johann der Mittlere erstellt ein neues Testament. Danach soll Nassau-Siegen in drei selbständige Grafschaften aufgeteilt werden. Hintergrund ist, dass Johann der Jüngere anno 1613 zum katholischen Glauben übertrat und sein Vater befürchtete, das dieser in der gesamten reformierten Grafschaft die katholische Religion wieder einführt.

1623
Johann der Mittlere stirbt. Johann der Jüngere erhält neben dem Oberen Schloss das Amt Netphen (zu dem Flammersbach gehört), die Kirchspiele Rödgen und Wilnsdorf, dazu die Dörfer Kaan, Bürbach, Volnsberg, Weidenau und Eiserfeld. Dieses Gebiet nennt man später „das katholische Land“ oder „das Johannland“.

1624
Hen Stöler, Waldschmied.
Ein Hans Scheuerfeld (Vorfahren vermutlich aus Scheuerfeld) wird als Einwanderer erwähnt.

1625
Im Weißtal gab es etliche Mühlen. Der Landesherr befand auch über die fischreichen Gewässer; so zog er 1625 von dem Wilgersdorfer Pächter Gros Hansenn (neben einem aus Anzhausen) 3 ¾ Gulden ein für das Recht, im Wasser von den Flamersbacher Mühlen den Grund hinauf zu fischen.

1626
Johann der Jüngere, der dank eines kaiserlichen Mandats zunächst über ganz Nassau-Siegen herrscht, erlässt das befürchtete Religions-Edikt. Nach diesem werden die reformierten Prediger entlassen und alle Bewohner haben dem katholischen Gottesdienst beizuwohnen. In den folgenden Jahren wechselt die Religion im Siegerland noch mehrfach.

1630
gab es die Erwähnung einer Simultankapelle mit dem Namen „Santa Lucia Apostoli“ in Flammersbach.

1631
45 Einwohner in 16 Familien

1634
Die Bauern aus dem Dorf mußten 6 Handdienste und 5 Pferdedienste ableisten.

1635 – (31.August 1635)
während des 30jährigen Kriegs gab es in Flammersbach 16 Häuser
Einwohner von Flammersbach nach Hausnummern (vermutlich):

1.
Hoffmann, Gela *1595 – Witwe
Hoffmann, Gret *1617 – ledig
Hoffmann, Gehl *1620 – ledig
Hoffmann, Johann *1625 – ledig
Hoffmann, Anna *1627 – ledig
Hoffmann, Johann *1628 – ledig
Hoffmann, A. Catharina * 1631 – ledig

2.
Stähler, Henn *1588 – Eheleute
Stähler, Gela * 1590 – Eheleute
Stähler, Henrich *1613 – ledig
Stähler, Anna *1616 – ledig
Stähler, Margreth *1619 – ledig
Stähler, Cathrin *1622 – ledig
Stähler, Kunigund *1625 – ledig
Stähler, Cathrina *1629 – ledig
Stähler, Catharina *1630 – ledig

Steiner, Hermann *1602 – Witwer

3.
Heit, Hans *1616 – Eheleute
Heit, Greta *1588 - Eheleute

Heit, Ludwig *1580 – Eheleute
Heit, Greta *1588 – Eheleute
Heit, Heinrich * 1607 – ledig

4.
Zimmermann, Johann *1605 – Eheleute
Zimmermann, Anna *1607 - Eheleute

5.
Gerhardt, Johann *1597 – Eheleute
Gerhardt, Gertrud *1600 – Eheleute
Gerhardt, Cathrin *1623 - ledig
Gerhardt, A. Cath. *1627 – ledig
Gerhardt, Henrich *1632 – ledig

6.
Mitler, Henrich *1598 – Eheleute
Mitler, Catharina *1600 – Eheleute
Mitler, Johannes *1623 – ledig
Mitler, Gertrud *1626 – ledig
Mitler, Anna *1628 – ledig
Mitler, Gertrud *1630 – ledig
Mitler, Margreth *1633 – ledig

7.
Gerhardt, Hermann *1590 - Eheleute
Gerhardt, Gehla *1592 - Eheleute
Gerhardt, Henrich *1615 - ledig
Gerhardt, Joes *1618 – ledig
Gerhardt, Els *1621 - ledig
Gerhardt, Anna *1623 - ledig
Gerhardt, Johann *1625 – ledig
Gerhardt, Henrich * 1627 - ledig
Gerhardt, Joes *1630 - ledig
Gerhardt, Henrich *1633 – ledig

8.
Müller, Johann *1602 – Eheleute
Müller, Cathrin *1605 - Eheleute
Müller, A. Cath. *1627 - ledig
Müller, Johann *1632 – ledig

Müller, Henrich *1580 - Eheleute
Müller, (Frau) *1583 Eheleute

9.
Göthard, Hermann *1602 – Eheleute
Göthard, Trin *1607 – Eheleute

10.
Bach, Aehl *1590 – Witwe
Bach, Cathrin *1613 - ledig
Bach, Kunigund *1619 – ledig

11.
Weber, (Frau) *1582 – Eheleute
Weber, Johann *1612 – ledig
Weber, Elisabeth *1620 – ledig

12.
Weber, Cunz *1582 – Eheleute
Weber, Gehlgen *1582 – Eheleute

Weber, Thebus *1607 – Eheleute
Weber, Elsa *1610 – Eheleute
Weber, Merg *1635 – ledig

Weber, Johann *1610 – Eheleute
Weber, Merg *1613 - Eheleute

13.
Heid, Hans *1600 – Eheleute (Schöffe)
Heid, Ehl *1605 – Eheleute

Hirte, Ludwig *1580 – Eheleute (Schöffe)
Hirte, (Frau) *1583 – Eheleute

„die alte Scherengeise“, Gertrud *1575 – ledig

14.
Neuser, Tilman *1580 – Eheleute
Neuser, Gehlgen, *1583 – Eheleute
Neuser, Philip *1608 – ledig
Neuser, Gehlgen *1611 – ledig

15.
Scheurnfeller, Johann *1600 - Eheleute
Scheurnfeller, Gehla *1602 - Eheleute
Scheurnfeller, Joh. Engel *1625 - ledig
Scheurnfeller, Johann *1629 – ledig

16.
Weber „Schmidt“, Meckel *1582 – Witwer

Weber, Gehl *1610 - Witwe
Weber, Heinrich *1634 – ledig

Weber, Heintz *1608 - Eheleute
Weber, Gehl *1610 – Eheleute

Winkel, Heinrich *1592 - Eheleute
Winkel, Gertrud * 1592 - Eheleute
Winkel, Gehla *1617 - ledig
Winkel, Anna *1622 – ledig

Einwohnerverzeichnis im Kirchspiel Netphen für beide Konfessionen.
Stichtag der Liste ist der 31. August 1635, im darauf folgenden Monat brach in Flammersbach die Pest aus. 21 Personen starben an der Pest.
Die Pest wütete in Flammersbach von Ende 1636-42

Im Amt Netphen starben insgesamt 700 Personen an der Pest.

1637
Am 26. Mai 1637 ist der Reitergeneral Jan van Werth und am 30. April 1638 General Hatzfeld durch das Siegerland gezogen. Im Monat Mai 1641 hat das Siegerland 200 Maler Korn, 100 Malter Hafer und 50 Stück Vieh an die bayrische Armee liefern müssen.
Die Einwohner wurden neben den üblichen Frondiensten und der sich spzialisierenden Berufsarbeit auch zum militärischen Einsatz befohlen. Die Aerarienrechnugen verzeichneten in der Zeit von 1624 bis 1666 die Namen der Dienstverpflichteten und die der Besitzer jener Häuser, die keine Soldaten stellten. Der Rüstungsbeitrag war 6 Albus, bei der Minderheit ärnerer Bauern, auch Witwen 3 Albus. Heimberger (Bürgermeister), Schöffen, Unterförster und Hirten sowie in einzelnen Härtefällen brauchten nichts zu zahlen. Der Wehrbeitrag diente vornehmlich der Beschaffung von Pulver und Lunten, Stricken aus Flachs und Handwerg, mit denen das Pulver bei den Waffen entzündet wurde.

Fruchtmaße (Getreide, Kartoffeln, Heu, Stroh) vor 1815:
1 Malter = 8 Maß = 16 Mesten = 128 Becher
1 Malter wog je nach Getreideart 304 bis 416 Pfund

1648
Im Westfälischen Frieden wird festgelegt, dass das Jahr 1624 „Normaljahr“ wird. Danach muss der katholische und evangelische Besitzstand so wiederhergestellt werden, wie er am 1. Januar 1624 gewesen war.
Der 30jährige Krieg ist zu Ende. Beim Friedensschluß von Münster und Osnabrück 1648 hatte man den Schweden sehr hohe Satisfaktionsgelder bewilligt. Die Grafschaft Siegen hatte 10284 Reichstaler aufzubringen. Der schwedische Oberst Mohr besetzte deshalb das Siegerland bis der letzte Heller bezahlt war. Auch im Amte Netphen lag schwedische Besatzung. Die letzten Schweden sind 1650 abgezogen.

Währungseinheiten im 17. Jahrhundert:
1 Gulden = 16 Groschen = 24 Albus = 15 Batzen = 60 Kreuzer = 192 Pfennige = 288 Heller

1 Kopfstück = 20-24 Kreuzer

1637-1650
Heimberger (Bürgermeister) waren:
1637-39 - Müller, Johann
1640-43 – Weber, Thebus
1644-47 – Weber, Joes
1647-50 – Becker, Joes – vermutlich aus Netphen

1643
betrug der Hausdurchschnittswert in Flamerspach 29,3 Gulden.

1650
Flammersbach hat durch die Folgen des 30jährigen Krieges nur noch 21 Einwohner,
davon 17 evangelisch, 4 katholisch
Die Reihen der Einwohner hatten sich furchtbar gelichtet. Viele Orstschaften waren ganz ausgestorben, was aud der Verordnung der Landesregierung vom 12. September 1658 hervorgeht:

„Die wüßt und unbebaut liegenden Örter sollen denen, die allda anbauen wollen, gezeigt werden, das zu Häuser nötige Holz unendgeldlich gegeben, sie, die Schatzungen ausgenommen, 6 Jahre von allen und jeden Abgaben frei sein sollen“

Anno 1636 kostet ein Becher Salz 20 Albus, das Maas Korn 7 ½ Kopfstück
1637 das Maas Korn 10 Kopfstück
1640 Aug. 9. ist ein großes Ungewitter mit Hagelschlag gewesen
1643 sind große Wasserfluten gewesen im Januar

Zuwanderer aus dem Kurkölnischen Sauerland brachten den Bei- oder Familiennahmen „Cölnisch“ (heute Kölsch) nach Flammersbach
10 Pferdedienste waren abzuleisten.

Währungseinheiten im 17. Jahrhundert:
1 Gulden = 16 Groschen = 24 Albus = 15 Batzen = 60 Kreuzer = 192 Pfennige = 288 Heller

1 Kopfstück = 20-24 Kreuzer

1652
Pastor Apel erkannte für 22 Monate den Küster an. Ab jetzt sind sämtliche Eintragungen konfessionell getrennt.

1660
Im Wiesenbruch der Gemeinde Flamerspach wird der sogenannte Esels- oder Butterweg (auch Hessenstraße, Siegener Weg) erwähnt. Auf diesem wurde vermutlich Roteisenstein aus dem Dillenburgischen zu den Waldschmieden transportiert.

1679
Johann Güthling aus Bürbach heiratet die Anna Catharina Fiedler aus Flamerspach.

1700
Aus der Akte „Haubergssachen“ der Gemeinde Netphen geht hervor, daß folgende Personen in Flamerspach lebten:

Heinrich Brunner:
3 Gulden, 1 Malter und 4 Meste Saat Feld, 15 Rutengarten, ½ Meste Saat Hauberg, 1 Kuh, 1 Rind

Hans Webers:
15 Gulden, 1 Meste Saat Feld, 3 Kühe, 1 Pferd, 2 Schweine

Hans Gritte:
20 Gulden, 4 Morgen Feld, 24 Ruten Garten, 1 Meste Saat Hauberg, 5 Kühe, 1 Rind, 1 Schwein, 1 Pferd

Heinrich Merthens:
23 Gulden, 4 Meste Saat Feld, 30 Ruten Garten, 1 Meste Saat Hauberg, 5 Kühe, 1 Rind, 2 Schweine, 1 Pferd

Hermann Gerhards:
10 Gulden, 3 Meste Saat Feld, 18 Ruten Garten, 3 Meste Saat Hauberg, 3 Kühe, 1 Schwein, 1 Pferd

Johann Möllers:
14 Gulden, 1 ½ Meste Saat Feld, ½ Meste Saat Hauberg, 1 Kuh, 1 Rind

Johann Gerhard:
11 Gulden, 2 ½ Meste Saat Feld, 24 Ruten Garten, 1 Meste Saat Hauberg, 3 Kühe, 1 Schwein, 1 Pferd

Johann Franzes:
10 Gulden, ½ Meste Saat Feld, 15 Ruten Garten, 1 Meste Saat Hauberg, 2 Kühe, 1 Rind, 1 Schwein

Debus Webers:
18 Gulden, 2 Meste Saat Feld, 21 Ruten Garten, 1 Meste Saat Hauberg, 3 Kühe, 2 Schweine

Trine Jost:
12 Gulden, 2 Meste Saat Feld, 12 Ruten Garten, 3 Meste Saat Hauberg, 5 Kühe, 1 Schwein

Der Oberförster und Schultheiß zu Netphen Johann Gritte:
30 Gulden, 3 Meste Saat Feld, 30 Ruten Garten, 1 Meste Saat Hauberg


1732
16 Personen wurden zu Hand- und Spanndiensten herangezogen. Bis zu diesem Jahr wurde der Name Flammersbach in verschiedenen Variationen geschrieben, ab hier gilt die heutige Schreibweise.

1742
Am 30.09. hat der Inspektor Gürtler aus Siegen in Netphen ein Presbyterium eröffnet. Fünf Älteste wurden bestellt, die das Kirchspiel Netphen in 5 Bezirke gegliedert haben. Jeder Älteste betreute einen Bezirk. Flammersbach wurde vom Ältesten Johannes Steuber betreut.

1777
Aus einer Landesbeschreibung geht hervor, daß Flammersbach – Amt Netphen eine Kapelle „Sankt Lucia“, eine Mahlmühle, 22 Häuser und 4 Scheunen hat. Die Kapelle „Sankt Lucia“ Bestand bis Ende des 18. Jahrhunderts, laut A. Kühn, Kirchengemeinde Netphen.

1783
gab es in Flammersbach eine Baumschule „an der Schul“

1800
Es wird vermutet, dass eine offizielle Schule um 1800 in Flammersbach existiert hat. ein eindeutiger Beleg ist die alte Schulkapelle, die sich zwischen dem heutigen Spielplatz und den Häusern Hofmann/Fuhrmann befand. in diesem Schulgebäude wohnte noch bis 1904 der Nachtwächter. Das Schulgebäude ist 1905 abgerissen worden. Einige Treppenstufen aus der

1809-1813
Die Napoleonischen Kriege wüten in Europa
Kriegsdienstpflichtige, die sich der Musterung für Napoleons Truppen durch die Flucht entzogen:
Johann Ebert Brach, Flammersbach
Henrich Diedermann, Flammersbach
Ungefähr 550 Siegerländer haben an der letzten entscheidenden Schlacht gegen Napoleon bei Belle Alliance (Waterloo) am 18. Juni 1815 teilgenommen. Von den zurückkehrenden Krieger stammten 78 aus dem Netpherland.
Aus Flammersbach Johannes Brach und Thomas Jung
Kapellenschule können wir heute noch hinter dem Hause Scheld besichtigen.

1815
Auf dem Wiener Kongreß wurde Europa neu aufgeteilt. Der Prinz von Oranien, Wilhelm V., wurde König der vereinigten Niederlande und verzichtete auf seine deutschen Stammlande, die Preußen und dem südlich der Lahn gelegenen Herzogtum Nassau zugesprochen wurde. Preußen ergriff am 29. Juli 1815 in feierlicher Form Besitz vom Fürstentum Nassau-Siegen.

Die Flammersbacher Bürger zahlten 1815 folgende Steuern:
Grundsteuer: 482 Reichstaler 12 Kreuzer
Vermögenssteuer: 87 Reichstaler 18,75 Kreuzer
Gewerbesteuer: 31 Reichstaler 12 Kreuzer

Flammersbach hat 24 Häuser und 182 Einwohner
Berufstätige in Flammersbach:
1 Fuhrmann
6 Leinenweber
2 Maurer
1 Schreiner
1 Schuhmacher
2 Zimmerleute
6 Beschäftigte in der Industrie
Landwirte wurden damals nicht erfasst

1816
Flammersbach gehört ab sofort zum Kreis Siegen

25 Häuser - 188 Einwohner, davon 1 katholisch

In Flammersbach gibt es: 1 Landfuhrmann, 6 Leineweber, 2 Maurer, 1 Schreiner, 1 Schuster, 2 Zimmerleute.
Flammersbach umfasste 1 Morgen Gebäude, 4 Morgen Gärten, 199 Morgen Ackerland, 106 Morgen Wiesen,
300 Morgen Hauberge, 3 Morgen Hochwald und 1 Morgen Weiher.

1818

24 Häuser, 188 Bürger, davon 1 katholisch. Es wohnten also 7-8 Personen in jedem Haus


1827

In diesem Jahr entstand die Kapellenschule. Die Gemeinde Flammersbach erwarb einen Garten von Johann Bohn in der Größe von 41 ¾ Ruten für die Anlage eines eigenen Friedhofs. Die Gemeindemitglieder teilten ihn ein, legten einen Weg an, pflanzten eine Hecke, zimmerten ein Tor und tranken bei all diesen Arbeiten wie es damals üblich war, Branntwein für einen Taler und zwanzig Silbergroschen.
Auch eine Glocke für die Schule wurde beschafft. Die Kosten für die erforderlichen Gerätschaften betrugen 33 Taler,
11 Silbergroschen, 6 Pfennig.

1830

Noch im Jahr 1830 kamen die Kinder im Sommer barfuß zur Schule. Viele Jungen sollen während der Schulzeit Röcke statt
Hosen getragen haben. Winterstiefel waren mit starken Schulnägeln beschlagen, damit sich die Ledersohlen nicht abnutzen konnten.

1831

hatte Flammersbach 232 Eiwohner

1833

erreichte die sogenannte Erweckungsbewegung (Christoph Oberdöster) auch Flammersbach. Ab 1870 hielt man sogenannte Konvertikel (Zusammenkünfte) im Hause von Peter Kölsch ab.

1834

1 Wirt in Flammersbach

1839

1 kirchliches Gebäude, 1 öffentliches Gebäude (Schule), 38 Wohnhäuser, 233 Einwohner evangelisch, 4 katholisch.
Entfernung zum Gericht 90 Minuten (Meile wird mit 100 Minuten angegeben).

1846

wird ein Schulgebäude im Ort erwähnt, Schülerzahl 52. Es unterrichtet der Lehrer Stock.
Das Schulvermögen beträgt 829 Ruten Wiese und 6 Albus Hauberg.

1848
Philip Kölsch (Hannes) unterhält ein Fuhrgeschäft mit 40 Pferden, die regelmäßig zwischen Siegen und Frankfurt fahren.

Private Handweberei in Flammersbach

Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts wurden auf eigenen und teils von Verlegern gestellten Holzwebstühlen aus Leingarn Tücher gewebt. In Flammersbach standen 1861 noch 20 Webstühle, also in jedem zweiten Haus. In den 1860ger Jahren brach diese Erwerbsquelle durch den Niedergang des Verlagswesens und die Verlagerung in große Fabriken weg. Die wirtschaftliche Situation verschlechterte sich. Die Tuchherstellung auf den vorhandenen schweren Holzwebstühlen fand nur noch für den Eigengebrauch statt und wurde noch bis in die 1930er Jahre gepflegt.
Auch die Köhler verloren ihre Erwerbsquelle, da durch die Eröffnung verschiedene Eisenbahnverbindungen der Transport von Steinkohle und Koks die Herstellung von Holzkohle unrentabel wurde.

1855
Flammersbach hat 221 Einwohner - 200 evangelisch und 21 katholisch

1858
Die Einwohnerzahl steigt auf 233 Personen - dvon 212 evangelisch

1864
Einwohnerzahl: 240 evangelisch, 15 katholisch.

1865-1880
war Adolf Hoof aus Flammersbach Lehrer in Bürbach.

1868-1870
Bau der Weißstraße von den Gemeinden Rudersdorf und Flammersbach. Da der Staat nur geringe finanzielle
Unterstützung leistete, fiel es den Gemeinden sehr schwer, diese Baumaßnahme durchzuziehen.

1880
Ein Männerchor wird gegründet.

1881
Flammersbach hat 284 Einwohner
Folgende Berufstätige wurden erfasst:
2 Krämer
1 Wirt
1 Lehrer

1890
1890 bis 1895 unterrichtete der Lehrer August Hauser und 1890 bis 1905 die Handarbeitslehrerin Poswita Klein die
Flammersbacher Kinder. In dieser Zeit hatte das Dorf 233 evangelische und 4 katholische Einwohner.
Weitere Berufstätige:
1 Krämer
1 Wirt
weitere Menschen arbeiteten in der Landwirtschaft und als Fabrikarbeiter.

-Im Dorf gab es 130 Stück Rindvieh

1891
wurde eine Schulglocke in Sinn bestellt und im 1. Weltkrieg wieder eingeschmolzen.

1892
Im Jahre 1992 entstand "auf der Rinsenau" unterhalb Siegens die Firma Kölsch & Co. A.-G. als Walzengießerei und Dreherei - eine Gründung der "Erben Flammersbacher Fuhrleute" ( die benannten Robert und Heinrich Kölsch waren wohl diese Erben)
Die
Kölsch-Fölzer-Werke gingen 1921 aus mehreren Industrieunternehmen des Siegerländer Raums hervor,
die aus kleinen Anfängen entstanden waren.
(Anmerkung: Hauptsächlich Heinrich Fölzer Söhne und Kesselschmiede Heinrich Stähler.
Die Kölsch-Fölzer-Werke waren eines der größten Siegerländer Unternehmen.)

1896
Die Separation (Zusammenlegung der Feldflur) begann.
Flammersbach ist erst der zweite (!) Ort im gesamten Kreis, in dem die Flurbereinigung durchgeführt wird.
Aus den vorher kleinen Parzellen bildete man große einheitliche Grundstücke.
(In Anzhausen endete die Separation z.B. erst 1952!)

1897
Der Posaunenchor wird gegründet.

1897
gab es den Namen „Kölsch“ bereits in 29 Orten des Siegerlandes.

1900
Flammersbach ist 589 Jahre alt und hat 287 Einwohner. Der Ort wird vom Amt Netphen verwaltet
Der Ort hat 3 Vereine: Die evangelische Gemeinschaft, eine Haubergsgenossenschaft und
einen Backesverein. Um 1900 entstand das Vereinshaus

1902
Auf dem Platz des heutigen Bürgerhauses wird die Schule eingeweiht.

1903
neues Schulgebäude an jetziger Stelle, Lehrer ist August Runge, Handarbeitslehrerin Roswita Kunz.

1903-1910
In der Grube „Transvaal“ wird Erz abgebaut

1905
Die alte Schulkapelle, in der bis 1904 noch der Nachtwächter wohnte, wird abgebrochen.
Die Schulkapelle befand sich zwischen dem heutigen Spielplatz und dem Haus Hofmann, Flammersbacher Straße

1908
die evangelischen Christen gehören zum Kirchspiel Netphen; ab dem 1. April zum Kirchspiel Rödgen
Die Poststation des Jakob Kunz erhält das erste Telefon. Die Station befand sich seit 1890 im "Haus Glenn"
heute Flammersbacher Straße 7

Bahnbau im Weißtal - 1915 fährt die erste Eisenbahn durchs Weißtal

1910
Es wurde die erste Wasserleitung gebaut und die Wasserstation Anzhausen-Flammersbach gebaut
Gemäß Angaben von Zeitzeugen wurde in diesem Jahr der Fußballverein FC Viktoria Flammersbach gegründet.
Schriftliche Belege fehlen jedoch. Erstmals in der Siegener Zeitung erwähnt wird der Verein im April 1912

1912

1.2.1912 - Bei der Verpachtung Flammersbacher Gemeindejagd wurde höchste Preis, der je für die Jagd gezahlt
worden ist, erzielt. Ein Anbieter aus Essen bot 480 Mark Jahrespacht und erhielt den Zuschlag.

Anfang Februar 1912 musste ein kleines Mädchen aus Flammersbach ein Fingerglied in der Wurstmaschine lassen.
Es hatte mit seinem Brüderchen mit der Maschine gespielt. Das Mädchen war mit dem Finger hineingekommen
und der Bruder dreht ihm das Fingerglied ab.

Im März 1912 begannen die Arbeiten an dem Bau einer Wasserleitung für die Gemeinden Flammersbach und Anzhausen.
Die Gemeinde Flammersbach führte die Arbeiten soweit als möglich selber aus.Es wurden eine Anzahl Arbeiter angenommen,
die unter Anleitung eines Vorarbeiters die Erdarbeiten ausführten und dazu die Fassungen der Quellen, die Rohrleitung,
Einbauung der Schieber und Hydranten fertig stellten. Die Materialien (Rohr usw.) wurden durch die Gemeinde gekauft.
Die Gemeinde Anzhausen vergab dagegen die Anlage ihrer Wasserleitung ganz an einen Unternehmer. Die Arbeiten wurden
deshalb öffentlich ausgeschrieben.
Der Hochbehälter und ein Sammelbecken wurden von beiden Gemeinden gemeinsam angelegt. Deren Bau wurde ebenfalls
öffentlich ausgeschrieben.
Um die Anlage der Hausanschlüsse bemühten sich bei den einzelnen Haushaltungen verschiedene Firmen.
Noch 1912 wurde das Bauvorhaben abgeschlossen.

1915
Die Bahnstrecke Siegen-Haiger wird eingeweiht. Sie leitet ein wichtiges Kapitel wirtschaftlicher Entwicklung ein. Etliche Flammersbacher Bürger sind an dem Projekt beteiligt.

1916
Die aus dem Jahre 1891 stammende Schulglocke wird eingeschmolzen (Erster Weltkrieg)

1918
Der Erste Weltkrieg endet. In diesem Krieg verlieren 11 Bürger des Ortes ihr Leben

1919
Die Frauen erhalten das aktive und passive Wahlrecht

1920
schließt die Bäckerei Buch, die sich in der ehemaligen Gaststätte befand

1921
Die katholischen Christen gehören jetzt zur Pfarrei Rudersdorf; zuvor zur Pfarrei Netphen.

1921-1923

Ein Stromnetz wird im Dorf installiert. jedes Haus erhält elektrischen Strom.

1922
Der Wandersportverein "Frisch-Auf" wird gegründet, er ist der Vorläufer des SGV.

1923
Weltwirtschaftskrise und Inflation: Im Dezember kostet ein Kilo Brot 399 000 000 000 und eine Kohlrabi 50 000 000 Mark.
Der Verein "Hilfe am Grab" entsteht, er versteht sich als ein Verein "Aus Not für die Not".
Die Plichtfeuerwehr wird durch Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Flammersbach abgelöst.
Beginn des Baus des Feuerwehrgerätehauses in der Friedhofstraße, heute Brechtstraße.

1925
Von den Flammersbachern sind 18 Männer als Bergleute in der Grube "Ameise" im Leimbachtal und in der Hainer Hütte
beschäftigt. Einige Bürger arbeiten bei der Fa. Gontermann und Peipers.

1929
Das erste Rundfunkgerät in Flammersbach - bei der Familie Kreuz in der Mehrenbach.

1930
Wird der VFB Flammersbach gegründet. Er tritt die Nachfolge des "FC Viktoria Flammersbach" an.
Sportlicher Schwerpunkt ist das Handballspiel.

1932
Im Deutschen Reich sind 6,1 Millionen Menschen arbeitslos, viele auch in Flammersbach.

1934
Wird der Brandweiher fertiggestellt. Er wird von "Notstandsarbeitern" gebaut und
dient als Feuerlöschteich.
Es wurde das Ehrenmal eingeweiht.
Im 1. Weltkrieg waren 11 gefallene Flammersbacher Bürger zu beklagen.
Im 2. Weltkrieg ließen 43 Flammersbacher Männer ihr Leben, davon 27 gefallen und 16 vermisst.
1945 hatte Flammersbach 10% der Bevölkerung verloren, eine schreckliche Bilanz.

1935
Der 1933 erbaute Weiherdamm bricht im November. Eine gewaltige Flutwelle ergießt sich durch Flammersbach. Mit Arbeitern der Notstandshilfe wurde 1933 ein Feuerlöschteich gebaut. Im November 1935 brach der Damm. Die Wassermassen donnerten zu Tal. Bei Steiersch hinten zum Stall hinein und vorn zur Waschküche wieder heraus. Ebenso bei Hirte, Hartmanns, Nüsersch und Steubers. Im Wohnzimmer soll das Wasser bis an die "Klongeln" vom Sofa gestanden haben. Hirte Ida war mit einem Kleinkind ein Stockwerk höher geflüchtet und rief aus dem Fenster: "Fäng mer doch moal dat Kend off:" Hirte Opa kam von Dielfen, als er bei Burns hörte, daß der Weiherdamm gebrochen war. Sein Kommentar: "Da konn dat Wasser
det Hus alt heronner brenge, da bruchde ech doch alt net so widd ze laufe" Danach wurde der Weiherdamm wieder aufgebaut. Im Sommer diente er den Kindern zum Baden und im Winter zum Schlittschuhlaufen. Heute wird der Weiher als Fischteich genutzt.

1937
In diesem Jahr wohnen in Flammersbach 445 Menschen in 70 Häusern
Der Bürgermeister ist W. Scheld
Öffentlicher Fernsprecher beim Bürgermeister hat die Rufnummer 08, Amt Deuz.
Der Sauerländische Gebirgsverein, Abteilung Flammersbach, wird gegründet. Er tritt die Nachfolge des Wandersportvereins an.

1938
Das erste Auto in Flammersbach wird von Marta Kessler erworben. Es handelte sich um einen gebrauchten Opel Baujahr 1934/35. Er diente als Milchwagen, sein Kaufpreis betrug 630 Reichsmark. Das Auto wurde wie vieles andere bei der Bombardierung am 1. Februar 1945 zerstört. Die Feuerwehr erhält von der Feuerwehr Netphen ein Löschfahrzeug Marke Daimler-Benz 1927.

1939
Beginn des 2. Weltkriegs. Viele Bürger befinden sich bereits im Reichsarbeitsdienst und viele werden zur Wehrmacht eingezogen.

1942
Das alte Feuerwehrgerätehaus wird abgerissen und an gleicher Stelle ein neues errichtet.

1943
Eine weibliche Feuerwehr wird gegründet. Sie kommt an 16. Dezember 1944 nach dem Bombenangriff auf Siegen und am 1. Februar 1945 in Flammersbach zum Einsatz und wird 1945 wieder aufgelöst.

1944
In Flammersbach finden viele Evakuierte aus dem Ruhrgebiet eine vorläufige neue Heimat.

1945
Am 1. Februar 1945 treffen Bomben treffen Bomben die Orte Kaan-Marienborn, Anzhausen, Gernsdorf und Flammersbach.
Sie waren ursprünglich für Siegen gedacht. Wie durch ein Wunder gab es keine Toten im Ort. 33 von 70 Häusern wurden zerstört.
19.00 bis 19.37 Uhr -
An diesem Abend fielen mehr als 300 Bomben und Minen auf unser Dorf. Durch den starken Wind wurden die Leuchtmarkierungen der Alliierten Bomber von Siegen in Richtung Flammersbach abgetrieben. So entluden die Bomber ihre tödliche Last, die für die Stadt Siegen bestimmt war über Flammersbach ab. In Keller und Stollen suchten 300 Menschen Schutz. Die Familie Hermann Knipp hatte im eigenen Keller Schutz gesucht. Durch eine Kettenbombe wurde das Haus zerstört. Der Keller war völlig zugeschüttet. Auf den Trümmern des Hauses entlud sich ein Phosphorkanister und der Inhalt floss langsam durch alle Ritzen in den Keller. Die fünf Menschen im Keller schienen verloren. Plötzlich detonierte ca. 20 m entfernt eine Luftmine, wobei der Luftdruck die Trümmer des Hauses hinwegfegte. Der Ausgang war wieder frei und die Menschenim Keller waren gerettet. Nach dem Inferno
waren 33 Häuser zerstört. Die anderen Häuser waren alle mehr oder weniger beschädigt. Menschenleben waren keine zu beklagen. Viele Tiere verendeten furchtbar. Der Bauer Steuber verlor 17 Kühe. Der Schulbetrieb wurde bis 1949 nach Anzhausen verlegt. Schon nach wenigen Tagen begann die Aufbauarbeit. Wie bewundernswert die Aufbauarbeiten durchgeführt wurden, geht aus der Tatsache hervor, daß schon 1948 alle Häuser wieder aufgebaut waren.

Hier eine umfangreiche Dokumentation von Ulli Weber

Am Karfreitag, dem 30. März zogen amerikanische Soldaten aus Richtung Niederdielfen in Flammersbach ein. Die Häuser wurden von den einmarschierenden Truppen einzeln durchsucht. Die Einheit machte im Dorf halt, man errichtete einen Gefechtsstand und installierte zwei Feldtelefone. Fernmeldeleitungen wurden mit "Amikabel" Richtung Dielfen verlegt.
Amerikanische Panzer fuhren ins Dorf ein. Plötzlich schlugen zwei Granaten in der Nähe der Panzer ein. Ein amerikanischer Soldat wurde durch ein Splitter tödlich getroffen. Das Haus Michel war durch die Einschläge stark beschädigt worden. Nach dem schrecklichen Ereignis fuhren die Amerikaner mit mehreren Panzern und Infanterie auf die Höhe Richtung Feuersbach - Deuz. Dort hatten sich deutsche vorgeschobene Beobachter in Schützenlöchern unterhalb des heutigen Hochbehälters festgesetzt. Die deutschen Soldaten wurden alle getötet.

Der 2. Weltkrieg ist zu Ende. 42 Soldaten aus Flammersbach kehren nicht mehr heim. In der Folgezeit ziehen viele Flüchtlinge und Vertriebene in den Ort.
Paul Meiswinkel wird von der Militärverwaltung zum Bürgermeister bestellt. Die Militärverwaltung sammelt Schusswaffen, Messer und andere gefährliche Gegenstände sowie Fotoapparate ein. Die Versorgung mit lebensnotwendigen Dingen ist schwierig. Brot, Butter , Mehl und andere Grundnahrungsmittel gibt es nur
auf Lebensmittelkarten.

1946
Die Spielvereinigung Anzhausen-Flammersbach wird gegründet - Hauptsportarten: Handball und Fußball.

1948
Währungsreform - Die DM ist da !

1949
Die Schule wird wieder aufgebaut und in Betrieb genommen.Der Lehrer Hubert Frank übernimmt die Schulleitung und übt diese Tätigkeit bis zur Schließung im Jahre 1968 aus. Frau Geist, Frau Kreutter, Frau Nöh und Frau Wagner und Frau Weiß waren seine Mitstreiterinnen. 1949 wurden in der Schule 90 Kinder aus Flammersbach unterrichtet. Das Jahrhunderte alte Hüten der Kühe geht zu Ende. Letzter Hirte war Artur Brachthäuser, der auch als Hausschlächter tätig war. Die Lebensmittelrationalisierung in der neugegründeten Bundesrepublik wird aufgehoben.

1950
Es gibt keinen "Ausrufer" in Flammersbach mehr.

1951
Im Sommer 1951 erhielt die Schule eine neue Glocke. Die alte war während des II Weltkrieges eingeschmolzen worden. Die neue Glocke wurde in der Glockengießerei Rinke in Sinn gegossen und trägt die Inschrift "Alles zu Gottes Ehr". Am Glockenguss nahmen die Schülerinnen und Schüler der 7. und 8. Klasse teil. Eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben wurde sie an 23. Dezember 1951. Am Sonntag, den 12.September wird das in Hundertprozent Eigenleistung erbaute ev. Vereinshaus unter großer Anteilname der Bevölkerung eingeweiht. Als Gäste waren die Prinzessinnen Marie und Elisabeth von Wittgenstein anwesend.

1954
Das erste Fernsehgerät steht in der Gaststätte Hoffmann.

1957
Auflösung der im Jahre 1946 geschlossenen Spielvereinigung. Es wird ein Verein für Bewegungsspiel Flammersbach,
Schwerpunkt Fußball erneut gegründet.

1960
Die bis dahin als Nebenerwerb betriebene Landwirtschaft geht ab 1960 stark zurück. Die beiden Backhäuser (Backes), eines in der Nachbarschaft der Feuerwehr und eines an dem Verbindungsweg zur Heierschen Straße, werden aufgelöst.

1961
feierte Flammersbach 650-jähriges Bestehen.

1962
Die neu vom SGV eingefasste Flammersbachquelle wird eingeweiht.

1963
Unser Ort hat 650 Einwohner und drei Lebensmittelgeschäfte.
Der Friedhof wird erweitert.
Die letzte Hebamme in unserm Ort, Frau Berta Kölsch, gibt aus Altergründen ihren Beruf auf.

1967
Findet in der neu erbauten Friedhofshalle die erste Trauerfeier statt. Zuvor wurden diese Feiern im Hause der Verstorbenen ausgerichtet

1968
Die Volksschule, die bisher die Jahrgänge 1 bis 8 erfasst, wird aufgelöst. Ab dem 1. August besuchen die Jahrgänge 1 bis 4 die neu gebildete Gemeinschaftsgrundschule in Anzhausen und die Jahrgänge 5 bis 8 die Hauptschule in Niederdielfen

1969
Erfolgt die Neugliederung des Siegerlandes. Unser Ort wird der Gemeinde Wilnsdorf zugeordnet. Viele Straßen erhalten neue Namen. Friedrich Scheld gründet die erste Jugendfeuerwehr im Landkreis Siegen

1972
Erfolgt der Zusammenschluß der Sportvereine Flammersbach und Anzhausen. Sie geben sich den Namen "Sportvereinigung Anzhausen-Flammersbach", abgekürzt SAF.

1973
Von 1973 bis 1981 befindet sich in der alten Schule ein Schulkindergarten.

1974
Neubau des SGV Wanderheims und das ganze Dorf hilft mit. Es wird die bis dato selbstständige Gemeinde Flammersbach in die Großgemeinde Wilnsdorf eingegliedert. (2.Siegerlandgesetz).

1980
Die Dorfgemeinschaft feiert den 1. Mai mit dem traditionellen Fest zu Gunsten der "Sorgenkinder"

1981
Der neue Kindergarten wird in Betrieb genommen. Kinder aus Anzhausen und Flammersbach besuchen gemeinsam die Einrichtung. Es kann bei Flutlicht auf dem Sportplatz trainiert und gespielt werden. Die ehemalige Schule wird zum Bürgerhaus.

1982
"Unser Dorf soll schöner werden" - Flammerbach nimmt an Wetbeweb teil und belegt de 5. Platz - 500,00 DM sind der Siegerpreis.

1988
Alle Häuser in Flammersbach sind an das Kanalnetz angeschlossen.

1994
Die SGV Abteilung Flammersbach hat weit über 300 Mitglieder. Das Durchschnittsalter beträgt 36 Jahre. In 4 Gruppen wird umfangreiche Jugendarbeit betrieben.

1997
Das Feuerwehrgerätehaus wird in einjähriger Bauzeit an- und ausgebaut. Der CVJM-Posaunenchor begeht das 100-jährige und die Freiwillige Feuerwehr das 75-jährige Bestehen. Der SGV kann auf ein 60-jähriges Wirken zurückblicken.

1998
Der 1996 begonnene Ausbau der Ortsdurchfahrt wird auf eine Gesamtlänge von 1,2 km abgeschlossen. Die bis dahin problematische Anbindung der Straße "Auf dem Bühl" wird der Straßenführung angepasst. Siegfried Hartmann, der fast sieben Jahrzehnte als Schuster in unserem Dorf tätig war, stirbt. Der Kindergarten wird seit dem 1. August zweizügig geführt. 29 Kinder aus Flammersbach und 21 Kinder aus Anzhausen besuchen die Einrichtung.
Ganz groß feiert die Freiwillige Feuerwehr Flammersbach ihr 75-jähriges Jubiläum. Es wird eine umfangreiche Festschrift verfasst.

1999
Im November schließt das einzige Lebensmittelgeschäft und damit auch die Poststelle. Die Gaststätte wartet seit Monaten auf einen neuen Pächter. In den 302 Häusern Flammersbachs leben 1137 Menschen. Gerhard Meiswinkel gibt nach langjähriger, verdienstvoller Ratsmitgiedschaft sein Mandat auf.

2001
Gustav Bender verstarb im Alter von 94 Jahren. Er vertrat als Gemeinde- und Amtsvertreter, ehrenamtlicher Bürgermeister und Ortsvorsteher die Interessen des Ortsteils. "Am Stein" üben regelmäße Gleitschirmflieger und schweben talwärts.

2003
Von den 321 Gebäuden unseres Ortes stehen 3 unter Denkmalschutz. 40 Gebäude mit Holzfachwerk sind vor 1900, 255 in massiver Bauweise nach 1945 erstellt worden. Auch das Haus "Am Stein" neben der Niederdielfener Mühle sowie das "Haus Elisabeth" (Am Bahndamm) gehören zu unseren Ort. Der Vorplatz des Bürgerhauses wird neu gestaltet. Im Zufahrtsbereich werden 17 Parkplätze installiert. Im Hause der Geschwister Hedwig und Hildegard Meiswinkel fand man die Schelle, die bis zum Jahr 1960 zum Ausschellen von Bekanntmachungen gedient hat. Die letzte Ausruferin im Ort war Frau Lieselotte Meiswinkel. Die Schelle ist in der Heimatstube im Bürgerhaus zu sehen. Im Ortsteil wurden 4 Wasserleitungsrohrbrüche beseitigt. In der Netphener Straße wurden daher 120 m Leitung ausgewechselt. Im November verstarb Heinz Oseloff. Er war lange Jahre im Vorstand des VfB Flammersbach tätig und acht Jahre lang erster Vorsitzender des SGV Flammersbach.

2004
Jung und Alt feiern am 5. September bei strahlendem Wetter das Dorffest rund um das in neuem Glanze erstrahlende Bürgerhaus. Örtliche Vereine und Gruppierungen organisieren das Fest. Der Reinerlös von 1550,-- € kommt den Vereinen zugute. Leider macht sich Vandalismus im Ortsbereich sehr unangenehm bemerkbar. Im Frühjahr wurden mit einer Hacke 2000 fünf Jahre alte Jungfichten am "Eichhölzchen" zerstört. Etliche SGV Ruhebänke werden beschädigt. Die Spielvereinigung klagt über Vandalismusschäden auf dem Gelände des Sportplatzes. Mehrere Bushalteschilder und etliche Leitpfosten wurden aus ihrer Verankerung gerissen. Auf dem Friedhof werden Grablichter und Vasen demoliert und die Aussenleuchten an der Friedhofshalle demoliert. Autos wurden aufgebrochen und demoliert !

2005
Besonders erfreulich: 12 neue kleine Mitbürger werden geboren ! Die Spielvereinigung Anzhausen-Flammersbach steigt in die Bezirksliga auf.

2006
Der Kindergarten feiert sein 25-jähriges Bestehen. In der alten Schule, dem heutigen Bürgerhaus trafen sich am 13. Mai 2006 98 ehemalige Schüler. Die älteste Teilnehmerin war 90,
die Jüngsten 62 Jahre alt.

2007
Der Sturm Kyrill am 19 Januar 2007 verschont auch Flammersbach nicht.
Große Waldschäden in der Gemarkung Flammersbach. Der Strom fällt für 17 Stunden aus.
Die Hochspannungsleitungen werden stark geschädigt. Unsere Feuerwehr und das RWE sind pausenlos im Einsatz.
Am 12. Mai findet ein weiteres Schulfest statt an dem 103 ehemalige Schüler teilnehmen.
Der SGV wird in diesem Jahr 70 Jahre alt. Er ist der größte Verein im Dorf und hat 260 Mitglieder.
Die "Alten Herrn" vom SAF machen mit 38 Personen eine Fahrt nach Kreta. Die Teilnehmer berichteten von einer erlebnisreichen Tour.
In Flammersbach wird ein Bürgerverein gegründet.
Das Oberdorf wird von einer Krabben-Invasion heimgesucht. Ein Ehepaar hatte die lieben Tierchen von einem Strandurlaub in
Holland mitgebracht. Es gefiel ihnen in unseren Dorf so gut, daß sie in der Nachbarschaft auf Enddeckungsreise gingen.
Nach einige Tagen war der seltsame Spuk vorbei.

2008
Der Sportplatz wird zum Kunstrasenplatz ausgebaut. Vandalismus im Dorf - in der Nacht vom 26. auf den 27. Januar werden in Flammersbach 70 Autos durch Lackkratzer erheblich beschädigt. In einige Fällen werden Hakenkreuzsymbole in die Fahrzeuge eingeritzt. Nach Einschätzung der Polizei richteten der/die Täter einen Schaden von bis zu 100 000 € an. An SGV Bänken werden wieder Rückenlehnen abgerissen und Sitzflächen demoliert. An der Friedhofshalle sind einige Fensterscheiben eingeworfen worden und in der Novemberwoche
ist in ein Haus eingebrochen worden. Haubergsvorsteher Schäfer berichtet, dass Verkehrsschilder im Bereich des Waldes überstrichen worden sind. Es wurden einige Hochsitze angezündet. Wolfgang Debus hat im Teich in der Kaan-Marienborner-Straße einen 17,5 Pfund schweren kapitalen Hecht gefangen, der sich von den frisch ausgesetzten Forellen ernährt hatte. Die Familie Lixfeld hat im September auf der "Stemmich" einen neuen massiven Schafstall errichtet. Der Stall dient als Winterquartier und Futterlager für die kleine Schafherde der Rassen "Schwarzkopf" und "Suffolk"

2010
Oberhalb vom Fussballplatz legten freiwillige Helfer einen Bolzplatz an. Mehrere schwere Unfälle auf der L893 im Bereich Abzweigung Flammersbach ereignen sich. Ein zwanzigjähriger Wilnsdorfer überschlägt sich mit seinem PKW und wird schwer vverletzt. am 11. September kommt ein Siegener Taxifahrer ums Leben, der an der Betonwand
am Ortseingang aufprallt. Die Leitplanke in der Kurve nach Siegen ist regelmäßig Ziel von Unfällen durch überhöhte Geschwindigkeit.

2011 - 700 Jahre Flammersbach

Hier der Festverlauf:

Am Morgen des 1. Juni trafen sich die „Aufbauhelfer" auf der Filsbach, um bei schönem Wetter das Festzelt zu errichten. Entgegen den Befürchtungen Einzelner nicht genug Helfer zu finden trafen immer mehr helfende Hände ein. Mit über 30 Helfern wurde in rekordverdächtiger Zeit der Zeltboden verlegt und das Zelt aufgerichtet. Unterstützung fand die Truppe durch den Zeltmeister und die Versorgungstruppe, die Frühstück, warmes Mittagessen und Kaffee und Kuchen servierte.
Neben dem Zelt wurde die gesamte benötigte Infrastruktur aufgebaut. Die Ernergieversorgungwurde durch ein Dieselaggregat sichergestellt. Eine Wasserleitung zur Versorgung des Toilettenwagens und der Theken wurde gelegt. Für das anfallende Abwasser stand ein Tank bereit, der täglich leer gepumpt wurde.

Die Jungfeuerwehr übernahm die Nachtwache am Festplatz.

Der Freitag stand im Zeichen des Erinnerns. Erinnern an 700 Jahre Ortsgeschichte. Die festliche Kranzniederlegung am Ehrenmal fand in Begleitung der stellvertretenden Bürgermeisterin Annemarie Bender und der Freiwilligen Feuerwehr Flammersbach statt. Den gebührenden Rahmen schufen der Posaunenchor Flammersbach und der Weißtaler MGV sowie die Anwesenheit zahlreicher Flammersbacher Bürger.

Am Abend fanden sich zum Festkommers zahlreiche Gäste und die Veranstalter im Festzelt ein. Das Moderatorenduo Leonie Oster und Helmut Berg führen mit Witz und Charm durch das kurzweilige Programm. Bundeskanzlerin Merkel konnte sich leider nicht für unser Dorfjubiläum frei nehmen, aber die Bundestagsabgeordneten Willi Brase (SPD) und Volkmar Klein (CDU) waren der Einladung nach Flammersbach gefolgt.

Die Anzhäuser Bundestagsabgeordnete Helga Daub (FDP) konnte leider nicht kommen. Der Posaunenchor Flammersbach eröffnete den Abend. Die kurzgefasste Rednerliste lies viel Raum und Zeit für Tanz- und Musikeinlagen. Bei den Grußworten von Bürgermeisterin Christa Schuppler und dem stellvertretenden Landrat Jürgen Althaus stand die 700 jährige Geschichte Flammersbachs im Mittelpunkt. Ortsvorsteher Karsten Helmes stellte das Wort "Danke“ in den Mittelpunkt seiner Grußworte. Der Dank galt und gilt allen Beteiligten sowie den Gönnern und Sponsoren. Stellvertretend für die Organisatoren und Helfer derARGE 700-Jahre-Flammersbach bat er Petra Kölsch-Reiterer, Volker Gerhard, Maik Schöler, Wolfgang Debus, Martin Oster, Ludger Neef, Rainer Milbrodt, Alfred Kneppe und Christian Rogalski auf die Bühne und überreichte einen symbolischen "ruhigen Abend" in Form von Sekt, Pralinen und einem Windlicht.

DerVerlauf des Freitagabend wurde durch Tanz- und Musikdarbietungen aufgelockert. Die Jugendtanzgruppe des TSG-Adler Dielfen und die Les Femmes Fatal rockten das Zelt. Im Anschuß stellte sich der Frauenchor des MGV_Weißtal auf und erfreute die Besucher unter anderem mit „The lion sleeps tonight". Die Truppe des VIP-Service sorgte derweil hinter der Bühne für einen
minutengenauen Ablauf und brachte nach den Sängerinnen eine weitere Tanztruppe auf die Bühne.

Vor der Pause erfreute Klaus Zarmutek das Puplikum. In Begleitung des Keyboarders Gerhard Schmidt holte er alles aus seinem Saxophon heraus.

In der Pause servierte das Team der Pfeffermühle, das unter dem Motto „Flammersbacher kochen für Flammersbach" stehende Essen. Da war für jeden Geschmack etwas dabei: Rustikaler Haubergsschinken mit Bratkartoffeln, Gemüse und Krautsalat oder Nudelauflauf. So wurden im voll besetzten Festzelt 250 kg Braten, 150 kg Bratkartoffeln, 75 kg Gemüse und 50 kg Krautsalat unters Volk gebracht. In Summe über eine halbe Tonne Leckereien. Die gute Idee, das Essen mit dem Eintritt abzugelten war ein voller Erfolg. Nur das Team der Familie Rosenkranz kam beim Auftischen reichlich ins schwitzen. Die Schlange am Buffet wollte nicht kürzer werden, was man wohl als Lob für die Küche auffassen darf. Nicht nur geschmacklich, sondern auch organisatorisch war die Bewirtung im und am Festzelt eine Glanzleistung.

Auf den Gaumenschmaus folgte ein weiterer Augenschmaus. Die Tanzgruppe der Spielvereinigung Anzhausen-Flammersbach rockte das Zeit. In gelöster Atmosphäre zeigten die Damen, dass die SAF nicht nur Fußball im Programm hat, sondern viel mehr zu bieten hat.

Nachdem die Damen die Bühne verlassen hatten wurde die Beleuchtung gedämpft, Klaus Zarmutek holte erneut sein Saxophon hervor und begleitete die Überaschung des Abends musikalisch. Ute und Manfred Rosenkranz spendierten eine riesige Eistorte als Nachtisch Die Beiden feierten ihr eigenes Jubiläum in diesem Jahr - "25 Jahre in Flammersbach“. Stilecht und unter Beifall wurde die Eistorte auf einem Bollerwagen durch den Saal gefahren und von der anwesenden Prominez angeschnitten.

Die Theken-Teams hatten allem Anschein nach, trotz der vielen Arbeit, auch Spass und Zeit für den ein oder anderen Spass mit den Gästen und Fotografen. Nebenbei wurde reichlich Bier gezapft.

Der Samstag stand ganz im Zeichen von Party-Stimmung. Der Kartenvorverkauf war hervorragend verlaufen und die Karten an der Abendkasse vergriffen – ausverkauftes Haus (Pardon... Zelt). Bei herrlichem Sonneschein startete Flammersbach in den Partyabend mit der 11 -köpfigen hessischen Liveband „PartyExpress“ in den Abend. Einige Besucher mussten leider vor dem Festzelt mitfeiern, sie hatten keine Karten mehr bekommen. Aber auch dort war die Stimmung super und die Verpflegung sichergestellt. Bereits beim zweiten Song hielt es einige Gäste nicht mehr auf Ihren Bänken und nach kurzer Zeit kochte das Zelt. Erstaunlicherweise bekamen in Feierrausch einige Besucher den Weltuntergang in Form eines gewaltigen Gewitters überhaupt nicht mit. Die Organisatoren waren von dem plötzlich aufziehenden Unwetter Überrascht worden und entschieden das Zelt auch für die Besucher ohne Eintritskarte zu öffnen. Gegen 2:00 Uhr in der Nacht hatte sich das Gewitter verzogen und die Musiker ihr Feuerwerk abgebrannt. Einige Partygäste bemerkten beim Verlassen des Zeltes "hat es geregnet?". Die Band bedankt sich beim Puplikum für die tolle Stimmung!

Der Sonntagmorgen zeigte, dass die Flammersbacher nicht nur Party machen sondern auch Feiern können. Der ökumenische Festgottesdienst mit Pastor Pietzonka und Pastor Siekermann fand im vollen Festzelt bei sommerlich heißem Wetter statt. Schnell zeichete sich ab, dass die 200 gedruckten Liedblätter bei Weitem nicht ausreichten. Eilig wurden bei Werner Jung einige Kopien angefertigt. Die musikalische Begleitung durch die Weißtaler Musikids und den Posaunenchor Flammersbach war ein Ohrenschmaus. Das Gottesdienstteam hatte einen wirklich unvergesslichen Festgottesdienst gestaltet. Die Kollekte nach dem Gottesdienst wurde für das Kinderzuhause Burbach und Humed (Haiti-Hilfe) gesammelt. Die Gottesdienstbesucher gaben über 1.100,- EUR und die ARGE rundete den Betrag später auf 2.000,- EUR auf.

Beim anschließenden gemeinsamen Mittagessen konnten sich die Besucher für Festzug am Nachmittag stärken. Das Team der Pfeffermühle hatte neben dem Bewirtungszelt eine Gulaschkanone aufgefahren und binnen kürzester Zeit rund 400 Portionen Erbsen- und Gulaschsuppe ausgegeben. Bereits zum Nachttisch konnte man an dem mehr reich bestückten Kuchenbuffet seinen "süßen Hunger" stillen. Die Truppe des CVJM hatte 110 Kuchen- und Tortenspenden gesammelt und die Waffeleisen glühen lassen.

Pünktlich zum Start des Festzuges zogen dunkle Gewitterwolken am Himmel auf. Es stand zu befürchten, dass der Festzug ins Wasser fällt. Gott sei dank zogen die Wolken an Flammersbach vorbei, als ob sie sich nur unseren Paradezug hätten anschauen wollen. Um 14:00 Uhr setzte sich der Tross aus über 50 Wagen und Fußgruppen in Bewegung durch den Ort.

Zahlreiche Zuschauer, die nicht alle aus Flammersbach stammen konnten säumten den Weg durch unseren Ort. Dass die Festzugtruppe in der kurzer Zeit der Planung einen solch stattlichen und bunten Zug auf die Beine gestellt hat, ist einen Extra-Applaus wert. Der nicht enden wollende Lindwurm aus Wagen und Gruppen quälte sich bei schwüler Hitze den Berg zum Festplatz hinauf. Die Musikkapelle Werthenbach marschierte direkt auf die Bühne im Festzelt und zeigte, welche Bandbreite Blasmusik heute hat. Neben klassischen Stücken wurden auch zahlreiche Stücke der modernen Popkultur zum Besten gegeben. Es wurde noch bis in die Abendstunden gefeiert.

Die 3 Tage gingen wie im Flug vorüber. Bei der Helferfeier konnten sich die, die im und um das Festzeit gearbeitet haben verwöhnen lassen. Ein großes Dankeschön gebührt der Gemeinde Wilnsdorf, hier im Besonden dem Bauhof, der im Vorfeld der Feier einiges an Unterstützung geleistet hat. Auch die Freiwillige Feuerwehr Flammersbach, die mit zeitweiliger Unterstützung der Löschgruppe Niederdielfen, in großem Maße zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen hat. In der Nacht von Samstag auf Sonntag sind unsere Blauröcke noch zu zwei Einsätzen gerufen worden. Ein Fehlalarm im Altenheim Wilnsdorf und ein Brand in Grissenbach, wo die Wärmebildkamera zum Einsatz kam. Wir freuen uns, dass eine Veranstaltung dieser Dimension in Flammersbach möglich war und ohne Verluste ablaufen konnte. Stattfinden konnte diese Veranstaltung wohl nur, da unser ehemaliger Ortsvorsteher Helmut Berg schon 2005 in seinem Bürgerbrief die Frage stellte, ob man die 700-Jahre nur zur Kenntnis nehmen oder feiern solle. Mit dieser Überlegung legte er den Grundstein für unsere Feier für sein Engagement und sein Interesse sei ihm an dieser Stelle noch einmal gedankt.

2012
WDR Lokalzeit besucht Flammersbach und berichtet über den Ort. Die Spielvereinigung Anzhausen/Flammersbach feiert ihren 100. Geburtstag. Die Feuerwehr hat 2012 ein ereignisreiches Jahr - in 17 Eisätzen konnten unsere Floriansjünger ihr Können unter Beweis stellen. Wieder am Start ist die CVJM Krabbelgruppe. Der Kindergarten Lummerland wurde ausgebaut. Stützwände in der Schillerstraße und dere Jung-Stilling-Straße wurden erneuert.
Sehr erfreulich: Kindersegen
In Flammersbach gibt es wieder 9 kleine Erdenbürger !

2013
Keine "großen" Ereignisse - aber immerhin einiges an Kindersegen - 7 neue, kleine Erdenbürger !
Flammersbach hat 1027 Einwohner:
535 (52,1%) weiblich
492 (47,9 %) männlich
571 der Büger sind evangelisch, 202 sind katholisch und 254 gehören zu anderen Konfessionen oder sind konfessionslos

2014
Ein ruhiges Jahr -
Vier neue kleine Erdenbürger in Flammersbach
578 Bürger sind evangelisch
252 Bürger sind katholisch
192 Bürger zählen zu anderen Konfessionen
4 Bürger sind konfessionslos

2015
Eine sehr erfreuliche Entwicklung - Kindersegen in Flammersbach - 10 neue Erdenbürger
Flammersbach hat im Jahr 2015 1042 Einwohner

Unsere schulpflichtigen Kinder besuchen folgende Schulen:
14 Grundschule Niederdielfen
7 Grundschule Rudersdorf
1 Hauptschule Rudersdorf
25 Realschule NIededielfen
17 Gymnasium Wilnsdorf
oder andere Schulen in den Nachbargemeinden
Im Sommer verließen die letzten Schüler die Grundschule Anzhausen, in der über viele Jahre die Schulkarriere unserer Kinder begonnen hat. In einer Feierstunde wurden die letzten Schüler/innen verabschirdet und an vergangene Zeiten gedacht. Das Schulgebäude wird jetzt für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt. Im Schuljahr 2016/17 kännen an allen verbleibenden Grundschulen der Gemeinde je zwei erste Klassen eingerichtet werden.
Den Kindergarten Lummerland besuchen 42 Kinder im Alter von 2-6 Jahren.
Glocke Läuten: Helmut Berg läutet bei Sterbefällen (8:00 Uhr) und Geburten (10:00 Uhr) die Glocke.Trditionell Wird an jeden Samstag um 18:00 Uhr das Wochenende eingeläutet. Dazu ist jeder eingeladen. Seit Anfang 2014 wird ein "Läutebuch" geführt, in dem verzeichnet wird, wer die Glocke bedient hat. Meistens sind es Kinder.
Anfang Februar 2015 trafen die ersten Flüchtlinge im Flammesbacher Bügerhaus ein. Schnell fanden sich Menschen unseres Ortes, die den schnell mehr werdenden Asylsuchenden die Hand reichten und ihnen halfen ihre "neue Heimat" zu begreifen, was nicht immer ganz einfach war. Sprachliche, religiöse und kulturelle Barrieren mussten vilefach überwunden werden.

2016

Im Jahr 2016 wurden in Flammersbach 10 Kinder geboren.
Seid November 2016 gibt es wieder eine Krabbelgruppe in Flammersbach. Der "Baby Stammtisch" trifft sich Dienstags in ev. Vereinshaus.
59 schulpflichtige Kinder besuchen verschiedene Schulen.
Es gibt 532 weibliche und 509 männliche Personen in unserem Dorf.
Der SGV Flammersbach feierte im Jahr 2016 des 40jährige Bestehen des Wanderheims auf der Stemmbach.
Da der Bürgerverein das Bürgerhaus zur Zeit nicht nutzen kann, traf man sich an verschiedenen Orten. Der Schwerpunkt der Vereinsrbeit stellte die Ortspflege dar. Ulrike Günter prägte den Namen "Boulevard" für die Meile im Ortskern.
Rege Aktivitäten gab es auch bei der CVJM Jungschar.
Jugendfeuerwehr Flammersbach hat 10 Kinder und Jugendliche als Mitglieder.
Die Feuerwehr Flammersbach hat 20 Kameraden, 1 Kameradin und 13 Mitglieder in der Ehrenabteilung. 2016 wurde die Wehr zu 16 Einsätzen in Flammersbach und den umliegenden Orten alarmiert.
Derzeit besuchen 42 Kinder im Alter von 2-6 Jahren den Kindergarten "Lummerland" im Dorf.
Die Höchstspannungsleitung oberhalb des Dorfes wurde ausgebaut. Die oberen Traversen der Masten tragen jetzt zwei 220-KV Stromkreise und die unteren Traversen zwei 110-KV Stromkreise.
Helmut Berg läutet bei Sterbefällen (8:00 Uhr) und bei Geburten (10:00 Uhr) die Glocke im Bürgerhaus. Traditionell wird am Samstag um 18:00 Uhr das Wochenende eingeläutet. Seit 2014 wird ein "Läutebuch" geführt, in dem verzeichnet wird, wer die Glocke bedient hat. Meistens sind es Kinder.

Leider gibt es auch negatives zu berichten. Es gab im Frühjahr eine Drohbrief gegen die Flüchtlingsunterkunft im Bürgerhaus. Weitere Drohbriefe und Hakenkreuzschmierereien sorgten für Unbehagen in der Bevölkerung. Am 8. September gab es einen versuchten Brandanschlag auf die Flüchtlingsunterkunft.

2017

7 Geburten gab es 2017 in Flammersbach:
Milo Liebe Januar 2018 Flammersbacher Straße
Loris Avdimetaj April 2017 Jung-Stilling-Straße
Josua Sebastian Launer September 2017 Kaan-Marienborner-Straße
Jonas Fauste September 2017 Kaan-Marienborner-Straße
Samuel Lindner Oktober 2017 Schillerstraße

Flammersbach hat noch 1005 Eiwohner - 520 weiblich, 485 männlich
Konfessionen: 537 evangelisch, 194 katholisch, andere Konfessionen 3, konfessionslos 271.
Gegenüber dem Vorjahr gibt es 36 Einwohner weniger in unserem schönen Dorf.

Der im September 2007 gegründete Bürgerverein wurde 10 Jahre alt und hat inzwischen 120 Mitglieder.
Viele Aktivitäten gab es auch bei CVJM und Ev. Gemeinschaft.
Unsere Feuerwehr wurde zu 26 Einsätzen gerufen. Der seit 10 Jahren bestehende Förderverein konnte dank Mitgliederbeiträgen und Einnahmen aus Veranstaltungen die Löschgruppe unterstützen.
Beim SGV Flammersbach gab es 50 Veranstaltungen und Wanderungen. Es gab viele Aktivitäten rund ums Wanderheim, Mehrtagswanderung im Frankenland, Sommer- und Oktoberfest.
Die Spielvereinigung Anzhausen/Flammersbach sorge in Zusammenarbeit mit den anderen Dorfvereinen für die saubere Landschaft.

Besonderer Höhepunkt war auch in diesem Jahr der lebendige Aventskalender, der zum dritten Mal veranstaltet wurde. Einer der Höhepunkte war für viele Besucher sicher der Abend des 6. Fansters im Schafstall von Waldemer Lixfeld.
Bei der Sammelaktion kamen 900 € zusammen, die für Projekte im Dorf verwendet werden sollen.


Hausnamen in Flammersbach:

Berufsnamen:
Hirde und Hirdehannes, Mürersch, Schrinnersch (Schwiegervater von Adolf Kölsch war Schreiner)
Lüttmanns, Jochemännersch,
Vater, Hartmanns (1630 „Hartmann der Mittlere“) Manneses, Dererijes, Dommeses, Heide (Fam. Heide schon 1630 in Flammersbach), Nüsersch (1630 Fam. Neuser in Flammersbach)

Liste der Heimberger (Bürgermeister), Schöffen (des Gerichts Netphen) Kirchmeister (Kirchenälteste) und Vorsteher:

Heimberger:
1571 Endres Zimmermann
1629 Hans Heppner
1634 Hans Schelttener
1634 Johann Knipp
1637 Henrich Schultener
1735 Joh. Conrad Meußwinkel
1755 Joh. Ebert Scholl
1770 Joh. Henr. Hoffmann
1777 Henrich Reichmann
1777 Joh. Henr. Meißwinkel
1782 Joh. Henr. Reichmann
1789 Joh. Hoffmann
1798 Hofmann
1806 Lohmann

Schöffen:
1467 Wigel
1583-1588 Eckhard Thomaß
1597 Gros Henn Hanß
1629-1634 Eberth Göttert
1636-1642 Henrich Schelten

Kirchmeister:
1542 Hentzin
1555 Thißmann
1661-69 Johann
1700 Johann
1732 Wilhelm Reichmann
1782 Joh. Wilhelm Böcking
1782 Joh. Hoffmann
1798 Hoffmann
1798 Joh. Thomas

Vorsteher:
1735 Wilm Richmann
1735 Henrich Cölsch
1777 Joh. Ebertt Reichmann
1777 Jo. Eb. Reichmann jun.
1777 Hermann Müller
1782 Joh. Henr. Müller
1782 Joh. Thomas
1782 Joh. Conrat Neef
1782 Henrich Thomas
1782 Joh. Ebert Scholl
1789 Wilhelm Diehl
1789 Conrath Meiswinkel
1806 Joh. Ebert Müller
1806 Joh. Henrich Hartmann

Die Post in Flammersbach:

Seit 1890 bestand in Flammersbach eine Posthilfsstelle.
1909 Telegraphenanstalt
Inhaber war Jakob Kunz bis 1915
1916-1933 Frl. Kunz. - Ab jetzt Poststelle II
1933-1956 Wilhelm und Herta Scheld
1956-1961 Liesel Fries
1961-1982 Adolf Kölsch und Irmgard Thomas
ab 1982 Postnebenstelle
1999 die Poststelle und das Lebensmittelgeschäft werden geschlossen



Die Einwohnerzahl des Ortes hat sich im 20/21 Jahrhundert folgendermaßen entwickelt:

1900 - 287
1915 - 311
1939 - 453
1945 - 379
1950 - 545
1960 - 632
1970 - 980
1980 - 1194
1987 - 1177
1999 - 1137
2006 - 1111
2007 - 1086
2008 - 1065
2009 - 1065 Einwohner (*)
2010 - 1059 Einwohner
2011 - 1037 Einwohner
2012 - 1041 Einwohner
2013 - 1027 Einwohner
2014 - 1026 Einwohner
2015 - 1042 Einwohner
2016 - 1041 Einwohner

(*)
Von den 1065 Einwohnern sind 509 männlichen und 556 weiblichen Geschlechtes.
622 gehören der evangelischen und 204 der katholischen Kirche an,
239 gehören zu anderen Konfessionen oder sind konfessionslos.

Flammersbach altert und schrumpft. Die Einwohnerzahl ist rückläufig
2007 gab es 19 Sterbefälle und nur ein Geburt.
Ohne weitere Zuwanderung und bei gleich bleibender Kinderzahl wird die Flammersbacher
Einwohnerzahl stark sinken. Gleichzeitig wird sich die Alterspyramide umdrehen, d.h. bereits
in 30 Jahren wird mehr als die Hälfte der Einwohner über 50 und jeder Dritte älter als 65 sein.
(*) Text: Helmut Berg 2008

Ergänzungen der SGV Dorfchronik sind mit vielen Texten von Helmut und Manfred Berg und Uli Weber versehen.
Weitere Ergänzungen durch Ute Fleischhauer und Hans Georg Osterspey !

 

2011 - Unser Dorf feiert Geburtstag

Am Morgen des 1. Juni trafen sich die „Aufbauhelfer" auf der Filsbach, um bei schönem Wetter das Festzelt zu errichten. Entgegen den Befürchtungen Einzelner nicht genug Helfer zu finden trafen immer mehr helfende Hände ein. Mit über 30 Helfern wurde in rekordverdächtiger Zeit der Zeltboden verlegt und das Zelt aufgerichtet. Unterstützung fand die Truppe durch den Zeltmeister und die Versorgungstruppe, die Frühstück, warmes Mittagessen und Kaffee und Kuchen servierte.
Neben dem Zelt wurde die gesamte benötigte Infrastruktur aufgebaut. Die Ernergieversorgungwurde durch ein Dieselaggregat sichergestellt. Eine Wasserleitung zur Versorgung des Toilettenwagens und der Theken wurde gelegt. Für das anfallende Abwasser stand ein Tank bereit, der täglich leer gepumpt wurde.

Die Jungfeuerwehr übernahm die Nachtwache am Festplatz.

Der Freitag stand im Zeichen des Erinnerns. Erinnern an 700 Jahre Ortsgeschichte. Die festliche Kranzniederlegung am Ehrenmal fand in Begleitung der stellvertretenden Bürgermeisterin Annemarie Bender und der Freiwilligen Feuerwehr Flammersbach statt. Den gebührenden Rahmen schufen der Posaunenchor Flammersbach und der Weißtaler MGV sowie die Anwesenheit zahlreicher Flammersbacher Bürger.

Am Abend fanden sich zum Festkommers zahlreiche Gäste und die Veranstalter im Festzelt ein. Das Moderatorenduo Leonie Oster und Helmut Berg führen mit Witz und Charm durch das kurzweilige Programm. Bundeskanzlerin Merkel konnte sich leider nicht für unser Dorfjubiläum frei nehmen, aber die Bundestagsabgeordneten Willi Brase (SPD) und Volkmar Klein (CDU) waren der Einladung nach Flammersbach gefolgt.

Die Anzhäuser Bundestagsabgeordnete Helga Daub (FDP) konnte leider nicht kommen. Der Posaunenchor Flammersbach eröffnete den Abend. Die kurzgefasste Rednerliste lies viel Raum und Zeit für Tanz- und Musikeinlagen. Bei den Grußworten von Bürgermeisterin Christa Schuppler und dem stellvertretenden Landrat Jürgen Althaus stand die 700 jährige Geschichte Flammersbachs im Mittelpunkt. Ortsvorsteher Karsten Helmes stellte das Wort "Danke“ in den Mittelpunkt seiner Grußworte. Der Dank galt und gilt allen Beteiligten sowie den Gönnern und Sponsoren. Stellvertretend für die Organisatoren und Helfer derARGE 700-Jahre-Flammersbach bat er Petra Kölsch-Reiterer, Volker Gerhard, Maik Schöler, Wolfgang Debus, Martin Oster, Ludger Neef, Rainer Milbrodt, Alfred Kneppe und Christian Rogalski auf die Bühne und überreichte einen symbolischen "ruhigen Abend" in Form von Sekt, Pralinen und einem Windlicht.

DerVerlauf des Freitagabend wurde durch Tanz- und Musikdarbietungen aufgelockert. Die Jugendtanzgruppe des TSG-Adler Dielfen und die Les Femmes Fatal rockten das Zelt. Im Anschuß stellte sich der Frauenchor des MGV_Weißtal auf und erfreute die Besucher unter anderem mit „The lion sleeps tonight". Die Truppe des VIP-Service sorgte derweil hinter der Bühne für einen
minutengenauen Ablauf und brachte nach den Sängerinnen eine weitere Tanztruppe auf die Bühne.

Vor der Pause erfreute Klaus Zarmutek das Puplikum. In Begleitung des Keyboarders Gerhard Schmidt holte er alles aus seinem Saxophon heraus.

In der Pause servierte das Team der Pfeffermühle, das unter dem Motto „Flammersbacher kochen für Flammersbach" stehende Essen. Da war für jeden Geschmack etwas dabei: Rustikaler Haubergsschinken mit Bratkartoffeln, Gemüse und Krautsalat oder Nudelauflauf. So wurden im voll besetzten Festzelt 250 kg Braten, 150 kg Bratkartoffeln, 75 kg Gemüse und 50 kg Krautsalat unters Volk gebracht. In Summe über eine halbe Tonne Leckereien. Die gute Idee, das Essen mit dem Eintritt abzugelten war ein voller Erfolg. Nur das Team der Familie Rosenkranz kam beim Auftischen reichlich ins schwitzen. Die Schlange am Buffet wollte nicht kürzer werden, was man wohl als Lob für die Küche auffassen darf. Nicht nur geschmacklich, sondern auch organisatorisch war die Bewirtung im und am Festzelt eine Glanzleistung.

Auf den Gaumenschmaus folgte ein weiterer Augenschmaus. Die Tanzgruppe der Spielvereinigung Anzhausen-Flammersbach rockte das Zeit. In gelöster Atmosphäre zeigten die Damen, dass die SAF nicht nur Fußball im Programm hat, sondern viel mehr zu bieten hat.

Nachdem die Damen die Bühne verlassen hatten wurde die Beleuchtung gedämpft, Klaus Zarmutek holte erneut sein Saxophon hervor und begleitete die Überaschung des Abends musikalisch. Ute und Manfred Rosenkranz spendierten eine riesige Eistorte als Nachtisch Die Beiden feierten ihr eigenes Jubiläum in diesem Jahr - "25 Jahre in Flammersbach“. Stilecht und unter Beifall wurde die Eistorte auf einem Bollerwagen durch den Saal gefahren und von der anwesenden Prominez angeschnitten.

Die Theken-Teams hatten allem Anschein nach, trotz der vielen Arbeit, auch Spass und Zeit für den ein oder anderen Spass mit den Gästen und Fotografen. Nebenbei wurde reichlich Bier gezapft.

Der Samstag stand ganz im Zeichen von Party-Stimmung. Der Kartenvorverkauf war hervorragend verlaufen und die Karten an der Abendkasse vergriffen – ausverkauftes Haus (Pardon... Zelt). Bei herrlichem Sonneschein startete Flammersbach in den Partyabend mit der 11 -köpfigen hessischen Liveband „PartyExpress“ in den Abend. Einige Besucher mussten leider vor dem Festzelt mitfeiern, sie hatten keine Karten mehr bekommen. Aber auch dort war die Stimmung super und die Verpflegung sichergestellt. Bereits beim zweiten Song hielt es einige Gäste nicht mehr auf Ihren Bänken und nach kurzer Zeit kochte das Zelt. Erstaunlicherweise bekamen in Feierrausch einige Besucher den Weltuntergang in Form eines gewaltigen Gewitters überhaupt nicht mit. Die Organisatoren waren von dem plötzlich aufziehenden Unwetter Überrascht worden und entschieden das Zelt auch für die Besucher ohne Eintritskarte zu öffnen. Gegen 2:00 Uhr in der Nacht hatte sich das Gewitter verzogen und die Musiker ihr Feuerwerk abgebrannt. Einige Partygäste bemerkten beim Verlassen des Zeltes "hat es geregnet?". Die Band bedankt sich beim Puplikum für die tolle Stimmung!

Der Sonntagmorgen zeigte, dass die Flammersbacher nicht nur Party machen sondern auch Feiern können. Der ökumenische Festgottesdienst mit Pastor Pietzonka und Pastor Siekermann fand im vollen Festzelt bei sommerlich heißem Wetter statt. Schnell zeichete sich ab, dass die 200 gedruckten Liedblätter bei Weitem nicht ausreichten. Eilig wurden bei Werner Jung einige Kopien angefertigt. Die musikalische Begleitung durch die Weißtaler Musikids und den Posaunenchor Flammersbach war ein Ohrenschmaus. Das Gottesdienstteam hatte einen wirklich unvergesslichen Festgottesdienst gestaltet. Die Kollekte nach dem Gottesdienst wurde für das Kinderzuhause Burbach und Humed (Haiti-Hilfe) gesammelt. Die Gottesdienstbesucher gaben über 1.100,- EUR und die ARGE rundete den Betrag später auf 2.000,- EUR auf.

Beim anschließenden gemeinsamen Mittagessen konnten sich die Besucher für Festzug am Nachmittag stärken. Das Team der Pfeffermühle hatte neben dem Bewirtungszelt eine Gulaschkanone aufgefahren und binnen kürzester Zeit rund 400 Portionen Erbsen- und Gulaschsuppe ausgegeben. Bereits zum Nachttisch konnte man an dem mehr reich bestückten Kuchenbuffet seinen "süßen Hunger" stillen. Die Truppe des CVJM hatte 110 Kuchen- und Tortenspenden gesammelt und die Waffeleisen glühen lassen.

Pünktlich zum Start des Festzuges zogen dunkle Gewitterwolken am Himmel auf. Es stand zu befürchten, dass der Festzug ins Wasser fällt. Gott sei dank zogen die Wolken an Flammersbach vorbei, als ob sie sich nur unseren Paradezug hätten anschauen wollen. Um 14:00 Uhr setzte sich der Tross aus über 50 Wagen und Fußgruppen in Bewegung durch den Ort.

Zahlreiche Zuschauer, die nicht alle aus Flammersbach stammen konnten säumten den Weg durch unseren Ort. Dass die Festzugtruppe in der kurzer Zeit der Planung einen solch stattlichen und bunten Zug auf die Beine gestellt hat, ist einen Extra-Applaus wert. Der nicht enden wollende Lindwurm aus Wagen und Gruppen quälte sich bei schwüler Hitze den Berg zum Festplatz hinauf. Die Musikkapelle Werthenbach marschierte direkt auf die Bühne im Festzelt und zeigte, welche Bandbreite Blasmusik heute hat. Neben klassischen Stücken wurden auch zahlreiche Stücke der modernen Popkultur zum Besten gegeben. Es wurde noch bis in die Abendstunden gefeiert.

Die 3 Tage gingen wie im Flug vorüber. Bei der Helferfeier konnten sich die, die im und um das Festzeit gearbeitet haben verwöhnen lassen. Ein großes Dankeschön gebührt der Gemeinde Wilnsdorf, hier im Besonden dem Bauhof, der im Vorfeld der Feier einiges an Unterstützung geleistet hat. Auch die Freiwillige Feuerwehr Flammersbach, die mit zeitweiliger Unterstützung der Löschgruppe Niederdielfen, in großem Maße zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen hat. In der Nacht von Samstag auf Sonntag sind unsere Blauröcke noch zu zwei Einsätzen gerufen worden. Ein Fehlalarm im Altenheim Wilnsdorf und ein Brand in Grissenbach, wo die Wärmebildkamera zum Einsatz kam. Wir freuen uns, dass eine Veranstaltung dieser Dimension in Flammersbach möglich war und ohne Verluste ablaufen konnte. Stattfinden konnte diese Veranstaltung wohl nur, da unser ehemaliger Ortsvorsteher Helmut Berg schon 2005 in seinem Bürgerbrief die Frage stellte, ob man die 700-Jahre nur zur Kenntnis nehmen oder feiern solle. Mit dieser Überlegung legte er den Grundstein für unsere Feier für sein Engagement und sein Interesse sei ihm an dieser Stelle noch einmal gedankt.
Text: Carsten Helmes

 

Alter und neuer Ortsvorsteher 2009

Helmut Berg Karsten Helmes
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